Warum fragen Sie mich nix?

vonSolveig Grundler
am12. Mai 2017

„Ich denke, das wichtigste ist die eigene Haltung, die innere Bereitschaft, Neugier und das echte Interesse daran, die Menschen wirklich ein wenig kennenlernen zu wollen, dann klappt das auch“, so die beherzte Meinung einer Teilnehmerin unserer „Über den Zaun schaun“-Veranstaltung am vergangenen Donnerstag im Unterbräu in Dießen. Damit erntete sie heftiges Kopf-Nicken  – aber nicht von allen. Es fällt nicht jedem leicht, einen Dialog mit Menschen aufzunehmen, die einem vom Wesen, von der Einstellung oder überhaupt fremd sind. Das machen erste Reaktionen auf unser Konzept deutlich – aber das ist ja auch genau die Hemmschwelle, die es zu überwinden gilt.

Auf die eigene Haltung kommt es an

Unsere Idee ist, am 8. Juli 2017 Haltung zu zeigen und den Dialog mit Menschen zu wagen, die man zwar vom Gesicht her kennt, mit denen man aber wenig Berührungspunkte im Alltag hat. Die Idee knüpft an die bundesweite Kampagne „Die offene Gesellschaft an“, die angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl zu Mitmach-Aktionen gegen Populismus und Rassismus aufruft. Ziel des Treffens am 11. Mai war nun, mit Interessierten zu überlegen, was man als Gastgeber tun kann, damit ein guter Dialog mit den „bekannten Fremden“ gelingen kann. Schnell wurde deutlich: eine Antwort, die für alle passt gibt es auf diese Frage nicht. Vielmehr kann es nur darum gehen, Ideen in der Hinterhand zu haben, die je nach Situation zum Einsatz kommen oder nicht.

Gesucht: die gute Frage…
Jeder kann mitmachen

Mit Begeisterung wurde allerdings der Einfall aufgegriffen, ein Fragespiel zu entwickeln: Ein Kartensatz mit rund 40 Fragen, die man einem „bekannten Fremden“ stellen könnte. Spontane Ideen dafür waren: „Ab welcher Temperatur gehen Sie im See baden?“, „Wofür können Sie sich so richtig begeistern?“, „Gehen Sie gern ins Theater?“ oder ganz frech: „Warum fragen Sie mich nix?“ Ob man dann die Fragen reihum ziehen und beantworten lässt, ob man gar mit den Gästen das Spiel weiterentwickelt und sich am 8. Juli gemeinsam eigene Fragen ausdenkt oder sich einfach nur selbst davon inspirieren lässt, ist wiederum offen. Vorgaben gibt es nicht. Jeder macht, was zu ihm passt – das ist die Grundidee von „über den Zaun schaun“ und nur so kann es funktionieren, ist unsere Haltung. Jetzt sind wir dabei, den Gedanken weiterzuspinnen und den  Frage-Kartensatz in die Tat umzusetzen.

Einsendeschluss ist der 19. Juni

Und natürlich: jeder kann mitmachen und interessante, lustige, nachdenkliche, tiefsinnige Fragen an das Kontaktformular von www.uebern-zaun-schaun.de schicken. Einsendeschluss ist der 19. Juni. Wer dann den fertig produzierten (natürlich kostenlosen) Kartensatz am 8. Juli nutzen möchte, meldet sich entweder ebenfalls über die homepage oder direkt bei uns.  Aktuell haben sich schon über 20 Personen gemeldet, die angesteckt von der Idee zu sich einladen wollen. Wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Aber es geht uns ganz ausdrücklich nicht um Masse – wir wollen nicht mehr, als einen Impuls setzen, einen Anfang machen. Jedes gute Gespräch über die Grenzen in den Gärten, Köpfen oder Herzen hinweg, dass ohne die Aktion nicht stattgefunden hätte, ist ein Erfolg.

http://www.uebern-zaun-schaun.de

Über´n Zaun schauen-das Konzept

 

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